Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Synthetische Pestizide: Definition/Abgrenzung

Unsere Initiative beschränkt sich mit ihren Forderungen auf synthetische Pestizide. Synthetische Pestizide weisen chemische Zusammensetzungen auf, die in der Natur nicht existieren und bergen im Vergleich mit sämtlichen Alternativen zum Pflanzenschutz die höchsten Risiken für Mensch und Natur. Nicht vom Geltungsbereich unserer Initiative betroffen sind Bio-Hilfsstoffe, biologische Pestizide, Nützlinge, organische, mechanische, elektrische sowie thermische Pestizide und alle anderen Alternativen, die keine chemischen Giftstoffe enthalten.

Schutz der Schweizer Landwirtschaft

Das Anwendungsverbot der Initiative ist klar, konsequent und betrifft auch Importe. Nicht nur der Einsatz von synthetischen Pestiziden im Landwirtschaftsbereich wird nach Annahme der Initiative ein Ende haben, sondern auch private sowie gewerbliche Anwendende und die öffentliche Hand müssen auf chemisch-synthetische Pestizide verzichten. Zudem umfasst der Initiativtext ebenfalls Importprodukte vollumfänglich und sorgt damit für eine Gleichberechtigung der Schweizer Landwirtschaft, die von der aktuellen Gesetzgebung benachteiligt wird.

Mit einer 10-jährigen Übergangsfrist

Die Initiative sieht eine Übergangsfrist von zehn Jahren vor. Diese Frist ermöglicht der Landwirtschaft eine sanfte Umstellung und verschafft den einzelnen Akteur*innen genügend Zeit, um die notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Diese zehn Jahre können politisch zur Überarbeitung des Landwirtschafts- und Ernährungssystems und zur Anpassung der relevanten Gesetzgebungen genutzt werden und zeitgleich kann die Forschung eine Landwirtschaft entwickeln, die mehr Rücksicht auf die Biodiversität und die Gesundheit nimmt.

Die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» verlangt das Folgende:

Die Verfassung wird wie folgt geändert:

Art. 74, abs. 2bis

2bisDer Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege ist verboten. Die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, ist verboten.

Art. 197, ch. 122

12. Übergangsbestimmungen zu Art. 74, Abs. 2bis

1Die Durchführungsvorschriften zu Art. 74 Abs. 2bis treten innerhalb von zehn Jahren nach Annahme dieser Bestimmung durch das Volk und die Kantone in Kraft.

2Der Bundesrat erlässt durch eine Verordnung vorübergehend die notwendigen Ausführungsbestimmungen und sorgt für die schrittweise Umsetzung von Artikel 74 (2

3Solange Art. 74 Abs. 2bis nicht vollständig umgesetzt ist, kann der Bundesrat unverarbeitete Lebensmittel, die synthetische Pestizide enthalten oder für deren Herstellung synthetische Pestizide verwendet wurden, nur dann vorläufig zulassen, wenn sie zur Abwehr einer grundlegenden Bedrohung für Mensch oder Natur, insbesondere eines schwerwiegenden Mangels oder einer aussergewöhnlichen Bedrohung für Landwirtschaft, Natur oder Mensch, unerlässlich sind.

1SR 101

2Die endgültige Ziffer dieser Übergangsbestimmungen wird nach der Volksabstimmung von der Bundeskanzlei festgelegt.

Eine Initiative aus der Bevölkerung

Die politisch unabhängige Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» wurde von einer Gruppe engagierter Menschen, darunter Winzer*innen, Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen, im Jahr 2018 mit über 120’000 gültigen Unterschriften eingereicht. Sie fordert den Verzicht auf synthetische Pestizide seitens sämtlicher Anwendenden, sieht für die Umsetzung eine 10-jährige Übergangsfrist vor und kommt am 13. Juni 2021 zur Abstimmung.

Das Initiativkomitee setzt sich aus folgenden Personen zusammen : Jean-Denis Perrochet, Winzermeister in Auvernier; Michael Dusong, Unternehmer in Neuenburg, Edward Mitchell, Professor für Bodenbiologie an der Universität Neuenburg, Stéphane Kobel, Garagist, Olivier de Meuron, Unternehmer in Neuenburg, Laurent Berset, Geomatiker, in Hauterive, und Etienne Kuhn, tätig im Marketing, in Cudrefin.

Unsere Komitees

Haben sie einen Landwirtschaftsbetrieb und möchten uns unterstützen, dann melden sie sich gerne bei Dominik Waser: dominik.waser@lebenstattgift.ch 079 313 98 02

Unterstützende Organisationen

Unterstützende

Organisationen

Diverse Organisationen haben eine Ja-Parole beschlossen und unterstützen die Initiative im Abstimmungskampf: