Mit der Gesundheit trifft die Pestizid-Initiative den Nerv der Bevölkerung

Medienmitteilung

Laut der neuen Tamedia-Umfrage hat die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide eine reelle Chance, angenommen zu werden. Die Umfrageergebnisse zeigen auf, dass die Schweizer Bevölkerung die Gesundheit mit Abstand am stärksten gewichtet. Die Pestizid-Initiative, die von einer handvoll Bürger*innen aus Neuchâtel lanciert wurde und auf eine breite Unterstützung in der ganzen Schweiz zählen kann, trifft den Puls der Zeit und überzeugt mit einem klaren, konsequenten Versprechen: In 10 Jahren sind wir gesundheitsschädigende, synthetische Pestizide endlich los.

Die heute publizierten Tamedia-Umfrageergebnisse zeichnen ein spannendes Bild. Die Schweizer Bevölkerung wünscht sich über die Parteigrenzen hinweg einen Verzicht auf synthetische Pestizide. Kampagnenleiter Felix Wirz kommentiert die parteiübergreifende Zustimmung wie folgt: «Die Pestizid-Initiative erhält viel Zustimmung, weil sie auf ein akutes Problem fokussiert ist. Die Leute wissen, wozu sie Ja sagen.»

Es sticht heraus, dass sich die Zustimmung mit steigendem Alter erhöht. Die erwarteten grossen Differenzen zwischen Deutschschweiz/Romandie und Frau/Mann spiegeln sich nicht in den Ergebnissen wieder. Es zeigt sich jedoch klar eine Kluft zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung, die stark auf die Propaganda der 2xNein Kampagne zurückzuführen ist und womöglich noch von der JA-Kampagne der Kleinbauern-Vereinigung, Demeter und BioSuisse beeinflusst werden kann.

Unsere Gesundheit steht auf dem Spiel

«Die Bevölkerung ist für das Problem der synthetischen Pestizide sensibilisiert und weiss, dass wir täglich mit diesen Giften, die in unserem Körper landen, in Kontakt sind. Sie weiss auch, dass die gesundheitlichen Folgen katastrophal sein können und dass wir ein Vermögen ausgeben, um unser Wasser geniessbar zu machen, während wir es weiterhin verschmutzen. Die chronischen Krankheiten, die synthetische Pestizide fördern, sind sehr kostspielig für unser Gesundheitssystem. Um es klar zu sagen: Giftfreie Lebensmittel sind keine extreme Forderung, sondern ein Grundrecht.»

Eine aktuelle Studie über die Fruchtbarkeit von Schweizer Männern in der Armee zeigt, dass zwei Drittel der jungen Schweizer Rekruten eine unterdurchschnittliche Spermienqualität haben. Synthetische Pestizide sind besonders giftig für den sich entwickelnden Fötus. Sie schädigen die Gehirnentwicklung, die sexuelle Entwicklung und die Fruchtbarkeit unserer Kinder. Ausserdem fördern sie hormonabhängige Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs, auch noch Jahrzehnte nach der Vergiftung.

Ungenügende Antwort des Bundesrates auf ein gewaltiges Problem

Als die Initiative mit 140’000 Unterschriften eingereicht wurde, hätte der Bundesrat einen Gegenvorschlag machen können. Das wäre klug gewesen, zumal das Problem durch hunderte von Studien belegt ist und das Zulassungsverfahren nach wie vor einem Sieb gleicht, das alle möglichen Gifte durchlässt, wie auch ein Bericht von KPMG 2019 gezeigt hat. Stattdessen hat das Parlament einen dürftigen Entwurf zur Risikominderung verabschiedet. Daraus hat der Bundesrat einen Massnahmenplan erarbeitet, der dem gewaltigen Pestizidproblem nicht gerecht wird, wie die Schliessung von Fassungen und Anschaffung von Osmosemaschinen in diversen Gemeinden belegen, was der Allgemeinheit bereits 7-stellige Beträge gekostet hat – und das ist erst der Anfang.

Edward Mitchell, Biologieprofessor an der Universität Neuchâtel, merkt an «Es ist kein Wunder, dass sich über die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer*innen besser von unserem Bürger*innen-Komitee als vom Bundesrat repräsentiert fühlt. Die Regierung hat die Dringlichkeit des Pestizid-Problems nicht erkannt und keinen Gegenvorschlag gemacht. Jetzt schiebt der überforderte Bundesrat sechs Wochen vor der Abstimmung eine Mogelpackung aus dem Ständerat als Lösung vor, weil ihm auch dämmert, dass das Volk die Dauervergiftung durch synthetische Pestizide nicht mehr hinnehmen will. Der Massnahmenplan des Bundesrates ist nichts als ein ungedeckter Check. Wer wirklich eine Lösung will, stimmt JA zur Pestizid-Initiative am 13. Juni.»

In der Tat ist die parlamentarische Initiative kaum mehr als eine Absichtserklärung, das Risiko von synthetischen Pestiziden zu mindern. Wie das Risiko der einzelnen Stoffe überhaupt eingeschätzt werden soll, darüber schweigt sich der Bundesrat aus.

Weiterführende Links
Tamedia-Umfrage

Kontakte
Natalie Favre, Kommunikationsverantwortliche, natalie.favre@lebenstattgift.ch, 076 491 25 26
Felix Wirz, Kampagnenleiter, felix.wirz@lebenstattgift.ch, 079 601 34 45
Antoinette Gilson, Biologin und Mitinitiantin, ma@lebenstattgift.ch, 079 795 70 82
Edward Mitchell, Biologieprofessor und Mitinitiant, edward@lebenstattgift.ch, 079 535 32 63

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