Dicke Post für Giftmischerin Syngenta

Heute Morgen bekam Syngenta Besuch: Imker*innen, Wissenschaftler*innen, Landwirt*innen, Fischer*innen und Ärzt*innen haben der Agrochemiefirma eine Petition mit knapp 30’000 Unterschriften ausgehändigt. Mit dieser Petition rufen die Zivilgesellschaft und besonders betroffene Berufsleute Syngenta dazu auf, ihre Chlorothalonil-Beschwerde zurückzuziehen. Mit dem Verkauf ihres Kassenschlager-Pestizids hat der Agrochemieriese das Wasser von einer Million Schweizern untrinkbar gemacht.

Medienmitteilung

Anfang 2020 reichte Syngenta Beschwerde gegen das Verbot von Chlorothalonil ein, das in der Schweiz kürzlich aus dem Verkehr gezogen wurde und weltweit die Trink- und Grundwasserquellen verunreinigt. Die Rückstände des in den letzten Jahrzehnten tonnenweise versprühten Pestizids befinden sich immer noch in den Schweizer Gewässern und im Grundwasser, was sich anhand zahlreicher Beispiele von Zürich über Bern bis hin nach Solothurn zeigt.

Die Gesundheit steht auf dem Spiel und die Wissenschaft wird ignoriert

Die Pestizid-Initiative will, dass gesundes Essen wieder als Grundrecht respektiert wird. Um dies zu erreichen und allen Menschen eine gesunde Zukunft zu garantieren, muss die tägliche Belastung durch synthetische Pestizide über das Wasser, die Luft und die Nahrung ein Ende haben. Unsere Initiative zielt darauf ab, synthetische Pestizide zu verbieten, da diese im menschlichen Körper grossen Schäden anrichten und dies schon in unvorstellbar kleinen Mengen. Hormonell wirkende Gifte (z.B.), können den ungeborenen Körper in seiner Entwicklung gefährden, zu verschiedenen Entwicklungsdefiziten im Kleinkindalter führen sowie diverse Arten von Krebs auslösen.

Eine Initiative für die Gesundheit und die Landwirtschaft

«Die Gefährdung der Gesundheit ist ein lukratives Geschäft. Syngenta weiss um die Toxizität ihrer synthetischen Pestizide. Es ist zynisch und fragwürdig, dass sich der Agrochemiekonzern der Juristerei bedient, um ein Gift auf dem Markt zu halten, das laut zahlreichen unabhängigen Studien krebserregend wirkt. Dabei kennen wir die Risiken von diesem Pestizid, das seit den 70ern eingesetzt wurde!» sagt der Arzt Alfred Weidmann, Mitglied von Ärzte und Ärztinnen für Umweltschutz, aus Uhwiesen (ZH).

«Unsere immer präziser werdenden Analysetools erlauben uns eine alarmierende Feststellung. Das Wasser ist durch einen Cocktail von Pestiziden und Abbauprodukten so stark belastet, dass es zu einem Problem für unsere Gesundheit wird. Der Einspruch von Syngenta gegen das Verbot von Chlorothalonil ist sinnbildlich für ihren Wunsch, wissenschaftliche Erkenntnisse zu ignorieren, wenn es ihnen passt. Das Verbot dieses Pestizids basiert auf Fakten und einem strengen wissenschaftlichen Ansatz. Syngentas Berufung ist eine Beleidigung an die Arbeit von Wissenschaftlern», fasst Alex Aebi, Biologieprofessor an der Universität Neuchâtel, die Situation zusammen.

Insekten sterben und die Bäuer*innen gehören zu den Hauptleidtragenden

«Chlorothalonil wirkt auch auf Bienen. Chronische Vergiftungen haben einen negativen Einfluss auf die gesamte Entwicklung von Honigbienenvölkern, aber auch auf alle Bestäuber, die uns umsonst einen Dienst von unschätzbarem Wert erweisen. Aber die Gier von Firmen wie Syngenta könnten uns die Artenvielfalt und unsere Lebensgrundlage kosten», betont Sonja Burri-Schmassmann, ausscheidende Präsidentin vom Imkerverband Apisuisse aus dem Jura.

«Auch Bauern , die konventionell arbeiten, leiden unter der Chemie. Man hat uns etwas untergejubelt, von dem wir fast nicht loskommen. Das ist aber kein Grund aufzugeben. Da muss man sich nur die Biobauern anschauen. Sie machen jeden Tag nichts anderes als zu beweisen, dass es ohne Gift auch funktioniert.», ergänzt der Landwirt Henrik Hoeren aus Basel.

Belastete Gewässer – belastete Fische

«Synthetische Pestizide bringen unsere Gewässer an den Rand des Kollapses; heute müssen schon einige unserer Seen belüftet werden, damit sie nicht kippen. Diese Gifte werden besonders in kleine Flüsse und Bäche in landwirtschaftlich intensiv genutzten Zonen gespült und haben eine grosse Auswirkung auf Fische und alle anderen Wassertiere, insbesondere die Makrofauna. Dass der Rhein als grosser, internationaler Fluss mit Handelsbedeutung nicht nur mit Pestiziden verunreinigt ist, überrascht wenig, denn er ist sehr stark mit Wirkstoffen aus anderen Industrien belastet – und mit synthetischen Pestiziden obendrauf.» merkt der Präsident des Fischereiverbands Baselland Dominic Tanner an.

Die Schweizer Bevölkerung will kein Gift in ihrem Wasser

Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide und Campax erachten die Beschwerde von Syngenta auch angesichts der verbreiteten Messungen über den Grenzwert und den Rieseninvestitionen, die auf Schweizer Gemeinden in nächster Zeit zukommen werden, als höchst problematisch. Doch statt dass Syngenta seine Verantwortung wahrnehmen, Chlorothalonil weltweit vom Markt nehmen und die betroffenen Gemeinden bei der Sanierung von Trinkwasser- und Grundwasserquellen unterstützen würde, reicht sie eine Beschwerde gegen das Verbot ein.

Mit der Petition fordern wir Syngenta auf, ihre Chlorothalonil-Beschwerde zurückzuziehen, denn wir wollen ihr Gift nicht in unserem Wasser. Am 13. Juni hat die Bevölkerung ausserdem die Gelegenheit, der Agrochemie den Riegel zu schieben mit einem JA zur Pestizid-Initiative.

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