Landwirtschaft bedeutet auch Verantwortung. Mit einem Mix aus Althergebrachtem und neuen Technologien werden wir Landwirte nicht nur unserer Aufgabe als Ernährer gerecht, wir sorgen auch dafür, dass die nächsten Generationen sicher und gesund leben können.

Von Konrad Landhart, Bauer und Mitte-Politiker

Die Richtung ist eigentlich klar. Eine zukunftsorientierte Landwirtschaft muss wieder nachhaltiger und ökologischer werden. Das entspricht eigentlich auch guter, bäuerlicher Praxis. Sie wurde allerdings in den letzten Jahrzehnten punktuell vergessen. Sehr viele Bauern sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wollen diesen Weg gehen. Man will ja die eigenen Produktionsgrundlagen erhalten. Es geht nicht nur um Bio oder Nicht-Bio.

Es gibt weitere Ansätze zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. In der Praxis ist die Entwicklung schon weiter fortgeschritten als man aufgrund der öffentlichen Diskussion vermuten könnte. Bauern wollen an Label-Programmen mitmachen. Anbautechniken ohne Herbizide sind nicht nur im Biolandbau im Trend. GPS- oder kameragesteuerte Hackgeräte werden laufend praxistauglicher. Es kommen Roboter und Drohnen zum Einsatz. Im Weinbau und anderen Kulturen setzt man erfolgreich auf pilzwiderstandsfähige Sorten. Nützlinge, natürliche Hilfsmittel und alternative Anbauverfahren werden generell gefördert und erforscht.

Kurz: Es ist längst nicht mehr so, dass man gegen jedes Problem ein Pestizid spritzt. Aber es ist noch viel zu tun. Die Richtung stimmt also, in zehn Jahren werden wir viel nachhaltiger sein und deswegen trotzdem nicht hungern. Das Abstimmungsresultat der Pestizidinitiative wird allenfalls noch das Tempo beeinflussen. Allerdings werden wir nur erfolgreich sein, wenn auch die Ernährungsgewohnheiten der Gesellschaft nachhaltiger und ökologischer werden. Nahrungsmittel müssen wieder einen Wert bekommen.

Solange ein Grossteil des Essens gar nie auf dem Teller landet, haben sie diesen Wert nicht. Die Anstrengungen der Schweizer Bauernfamilien im inländischen Kostenumfeld dürfen nicht mit Billigstimporten, die unseren Standards nicht entsprechen torpediert werden. Die Trinkwasserinitiative löst keine Probleme, sie verlagert sie nur. Die Pestizidinitiative mit der zehnjährigen Übergangsfrist kann hingegen zwar ein anspruchsvoller aber machbarer Weg sein.

Allerdings ganz klar nur, wenn die Bestimmungen betreffend Importen konsequent durchgesetzt werden!